Eine Bartagame, die ausschließlich mit Grillen gefüttert wird, wird auf Dauer nicht ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Umgekehrt erhält ein Tier, das nur Salat frisst, nicht genügend Energie und Proteine. Was genau frisst eine Bartagame also? Die Antwort hängt von Alter, Gesundheitszustand, Haltungsbedingungen und der Qualität der UVB-Beleuchtung ab. Die Grundlagen bleiben jedoch immer gleich: ein abwechslungsreiches Futter aus geeigneten Insekten, Blattgemüse, Gemüse und den richtigen Mineralien.
Was ist die grundlegende Ernährung einer Bartagame?
Bartagamen sind Allesfresser. In freier Wildbahn ernähren sie sich sowohl von Insekten als auch von Pflanzen. Jungtiere wachsen schnell und benötigen daher relativ viel tierische Nahrung. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich ihr Speiseplan allmählich hin zu mehr Gemüse und Blattgemüse.
Für eine gesunde Ernährung sollten Sie täglich frisches, pflanzliches Futter anbieten und dieses mit lebenden Futterinsekten ergänzen. Das pflanzliche Futter sollte nicht nur als Dekoration im Futternapf platziert werden. Selbst wenn eine junge Bartagame anfangs nur wenig davon frisst, ist es ratsam, es ihr weiterhin täglich anzubieten. So lernt das Tier, Gemüse als normale Nahrung zu erkennen.
Ausgewachsene Bartagamen ernähren sich in der Regel hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung, ergänzt durch Insekten zu einigen festen Zeiten pro Woche. Bei Jungtieren sieht die Situation anders aus: Sie fressen zwar häufiger Insekten, erhalten aber dennoch täglich eine abwechslungsreiche Gemüsemischung.
Ernährung junger und ausgewachsener Bartagamen
Junge Bartagame: Für das Wachstum werden Insekten und Gemüse benötigt.
Junge Bartagamen benötigen für ihr Wachstum viel Energie und Protein. Füttern Sie sie daher täglich mit geeigneten lebenden Insekten in Portionen, die sie leicht fressen können. Die Futterinsekten sollten immer nicht größer sein als der Augenabstand der Bartagame. Zu große Beutetiere können Schluck- und Verdauungsprobleme verursachen.
Bieten Sie außerdem täglich eine flache Schale mit fein gehacktem Blattgemüse und anderen Gemüsesorten an. Kleine Stücke lassen sich leichter fressen und sorgen dafür, dass das Jungtier verschiedene Geschmacksrichtungen kennenlernt. Erwarten Sie nicht, dass jede junge Bartagame sofort begeistert Gemüse frisst. Regelmäßiges Anbieten ist effektiver als ständig wechselnde Menüs.
Ausgewachsene Bartagame: mehr Grünzeug, weniger Insekten
Ab dem Erwachsenenalter kann der pflanzliche Anteil in der Ernährung deutlich erhöht werden. Idealerweise sollte eine ausgewachsene Bartagame täglich eine abwechslungsreiche Schüssel mit Blattgemüse und anderen Gemüsesorten erhalten. Insekten sollten dann einige Male pro Woche, angepasst an Gewicht, Aktivitätsniveau und körperlichen Zustand des Tieres, angeboten werden.
Seien Sie vorsichtig bei Tieren, die sichtbar übergewichtig sind. Bartagamen sind oft sehr gefräßig und nehmen Insekten auch dann an, wenn diese für ihre Ernährung nicht notwendig sind. Es ist meist sinnvoller, Insekten seltener zu füttern, als den Gemüseanteil zu reduzieren. Eine gesunde Bartagame sollte aufmerksam sein, einen kräftigen, aber nicht abgerundeten Schwanzansatz haben und sich frei bewegen können.
Geeignete Insekten für Bartagamen
Es ist vorteilhaft, die Futterinsekten zu variieren. Grillen, Heuschrecken, Schaben und Seidenraupen eignen sich, sofern sie aus zuverlässiger Zucht stammen und die richtige Größe haben. Merio-Raupen können gelegentlich ebenfalls verwendet werden, sind aber aufgrund ihres höheren Fettgehalts nicht für den täglichen Verzehr geeignet.
Wachsmottenlarven und Mehlwürmer sind in erster Linie ein Leckerbissen. Sie werden oft gierig gefressen, enthalten aber relativ viel Fett oder haben ein ungünstigeres Nährstoffverhältnis für den täglichen Verzehr. Daher sollten sie sparsam eingesetzt werden, beispielsweise um ein schwächeres Tier vorübergehend zum Fressen anzuregen, und nicht als Hauptnahrungsmittel.
Füttern Sie die lebenden Insekten selbst gut, bevor Sie sie verfüttern. Dies nennt man „Gut Loading“: Die Insekten erhalten nährstoffreiches Futter, sodass die Bartagame indirekt mehr Nährstoffe aufnimmt. Geeignetes Gemüse, hochwertiges Insektenfutter und ausreichend Feuchtigkeit sind dabei wichtig. Verfüttern Sie niemals Wildinsekten aus dem Garten. Diese können Pestizide, Parasiten oder andere Schadstoffe enthalten.
Gemüse und Blattgemüse, die Sie bedenkenlos geben können
Blattgemüse bildet die Grundlage eines pflanzlichen Speiseplans. Variieren Sie verschiedene Sorten, damit Sie nicht von einem einzigen Produkt abhängig werden. Endivien, Chicorée, Pak Choi, Escarole, Rucola, Feldsalat und Löwenzahnblätter sind gute Optionen. Löwenzahnblätter sollten natürlich aus einer Region stammen, in der keine Pestizide eingesetzt wurden und Abgase oder Umweltverschmutzung keine Rolle spielen.
Als Ergänzung können Sie geriebenes oder fein gehacktes Gemüse wie Zucchini, Kürbis, Paprika, Karotten, grüne Bohnen oder Gurken servieren. Karotten und Paprika sorgen für Abwechslung, müssen aber nicht den Hauptbestandteil des Gerichts ausmachen. Kombinieren Sie verschiedene Farben und Texturen. Das macht die Mahlzeit ansprechender und trägt zu einer vielfältigeren Ernährung bei.
Obst ist kein tägliches Lebensmittel. Ein kleines Stück Erdbeere, Mango, Beere oder Apfel ist gelegentlich erlaubt, enthält aber viel Zucker. Betrachten Sie Obst als besondere Leckerei und nicht als festen Bestandteil Ihrer Gemüseschale.
Was sollte man besser vermeiden?
Einige Produkte gehören nicht in den Speiseplan einer Bartagame. Avocados sollten Sie unbedingt vermeiden, da sie für Reptilien schädlich sein können. Auch Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Rhabarber, Pilze und verarbeitete Lebensmittel für den menschlichen Verzehr sind nichts für den Futternapf.
Eisbergsalat ist ebenfalls wenig empfehlenswert. Er besteht hauptsächlich aus Wasser und hat kaum Nährwert. Spinat, Mangold und Rote-Bete-Blätter sollten möglichst nicht oder nur sehr selten verfüttert werden, da sie die Kalziumaufnahme beeinträchtigen können. Kohlsorten müssen nicht gänzlich verboten werden, sollten aber in Maßen und abwechslungsreich angeboten werden. Zu viel von einer einzigen Gemüsesorte ist selten ratsam.
Kalzium, Vitamine und UVB gehören zusammen
Eine gute Ernährung ist nur dann wirksam, wenn auch die Haltungsbedingungen stimmen. Bartagamen benötigen UVB-Licht, um Vitamin D3 zu produzieren und Kalzium richtig zu verwerten. Ohne ausreichend UVB-Licht können selbst sorgfältig ernährte Bartagamen gesundheitliche Probleme entwickeln, darunter Knochen- und Kieferanomalien.
Bestäuben Sie Futterinsekten regelmäßig mit Kalziumpulver. Wie oft dies nötig ist, hängt vom Alter des Tieres, dem verwendeten Futter und insbesondere der UVB-Anlage ab. Junge, wachsende Tiere benötigen in der Regel häufiger Kalzium als gesunde, ausgewachsene Tiere. Verwenden Sie Vitamin-D3-Präparate nicht unbegrenzt: Bei einer funktionierenden UVB-Lampe ist ein Überschuss an Vitamin D3 unerwünscht.
Überprüfen Sie daher nicht nur die Verpackung der Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch den Standort und das Austauschdatum der UVB-Lampe. Eine Lampe kann noch Licht abgeben, obwohl die nutzbare UVB-Leistung bereits deutlich abgenommen hat. Bei Unsicherheiten bezüglich Ernährung, Wachstum oder Knochenentwicklung ist der Rat eines Reptilientierarztes die sicherste Wahl.
Praktische Fütterung im Terrarium
Geben Sie Blattgemüse und anderes Gemüse am besten früh am Tag, wenn die Wärmelampe bereits eingeschaltet ist und die Bartagame genügend Zeit hat, das Futter in Ruhe zu verdauen. Insekten können Sie später anbieten, aber nicht unmittelbar vor dem Ausschalten des Lichts. Reptilien benötigen Wärme für eine gesunde Verdauung.
Verwenden Sie für Gemüse eine stabile, flache Futterschale und entfernen Sie Futterreste am Ende des Tages. So bleibt das Terrarium hygienisch und das Futter verdirbt nicht. Entfernen Sie nach der Fütterung alle Insekten, die nicht gefressen wurden. Besonders Grillen können ruhende Tiere stören oder an ihrer Haut knabbern.
Frisches Wasser sollte stets zur Verfügung stehen, auch wenn Bartagamen nicht immer sichtbar aus einem Napf trinken. Wechseln Sie das Wasser täglich und reinigen Sie das Terrarium regelmäßig. Manche Tiere nehmen Flüssigkeit hauptsächlich über pflanzliche Nahrung auf, das ist aber kein Grund, auf Wasser zu verzichten.
Wann sollte man das Menü anpassen?
Wenn eine Bartagame plötzlich weniger frisst, sollten Sie zunächst die Umstände überprüfen. Der Appetit kann während der Häutung, in kälteren Perioden oder im Winterschlaf nachlassen. Auch eine zu niedrige Temperatur, eine schwache UVB-Beleuchtung oder Stress durch ein ungeeignetes Terrarium können eine Rolle spielen.
Anhaltender Appetitverlust, Gewichtsverlust, Lethargie, Durchfall oder Gangstörungen sind keine Anzeichen dafür, dass man einfach ein anderes Insekt ausprobieren sollte. In solchen Fällen sollte das Tier von einem reptilienkundigen Tierarzt untersucht werden. Bei Jungtieren empfiehlt es sich, das Gewicht zu kontrollieren, um Veränderungen schneller zu erkennen.
Wer die Ernährung seiner Bartagame praktisch organisieren möchte, sollte stets einen kleinen Vorrat an verschiedenen Insekten, frischem Gemüse und geeigneten Kalziumpräparaten bereithalten. Bei 4YourHappyPets finden Sie alles, was Sie für die Reptilienernährung benötigen, übersichtlich nach Produktarten sortiert. So wird die artgerechte Fütterung nicht zur komplizierten Angelegenheit, sondern zu einer festen Pflegeroutine, von der Ihre Bartagame sichtlich profitiert.
