Ein Filter mit reduziertem Durchfluss verleitet dazu, ihn sofort gründlich zu reinigen. Doch genau in diesem Moment schwächen viele Aquarienbesitzer ungewollt ihre biologische Filterung. Einen Aquarienfilter zu reinigen, ohne Bakterien zu schädigen, bedeutet, Schmutz zu entfernen und gleichzeitig die nützlichen Bakterien im Filtermaterial so gut wie möglich zu schonen. Dadurch werden Ammoniak- und Nitritspitzen, trübes Wasser und Stress bei den Fischen vermieden.
Der Filter ist mehr als nur eine Pumpe mit Schwämmen. Im Filtermaterial leben Bakterien, die Abfallprodukte abbauen. Sie wandeln zunächst giftiges Ammoniak in Nitrit und anschließend in das weniger schädliche Nitrat um. Dieser Prozess wird Stickstoffkreislauf genannt und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für stabiles Aquarienwasser.
Warum sollte man einen Aquarienfilter reinigen, ohne Bakterien zu verlieren?
Nützliche Bakterien siedeln sich vorwiegend an Oberflächen an: Filterschwämmen, Keramikringen, porösem biologischem Material, Kies und Dekorationen. Die höchste Konzentration findet sich oft im Filter selbst, da dort ständig sauerstoffreiches Wasser vorbeifließt.
Wenn Sie das gesamte Filtermaterial unter heißem oder kaltem Leitungswasser abspülen, alles auf einmal austauschen oder Reinigungsmittel verwenden, kann ein Großteil der Bakterienkolonie verschwinden. Ihr Aquarium mag danach sauber aussehen, aber biologisch gesehen muss der Filter erst wieder teilweise in Gang kommen. Dies kann schnell zu Problemen führen, insbesondere in kleinen Aquarien, dicht besetzten Gesellschaftsaquarien oder Becken mit empfindlichen Garnelen.
Etwas brauner Schlamm im Filterschwamm ist daher nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Hygiene. Er besteht aus angesammeltem Schmutz, aber auch aus einer lebenden Bakterienkultur. Ziel der Wartung ist nicht, den Filter wie neu aussehen zu lassen, sondern einen guten Durchfluss zu gewährleisten, ohne die biologische Funktion unnötig zu stören.
Wann sollte man den Aquarienfilter reinigen?
Orientieren Sie sich nicht nur an einem festen Datum im Kalender. Die richtige Wartungshäufigkeit hängt vom Filtertyp, dem Besatz des Aquariums, der Futtermenge, den Pflanzen und der Filtergröße ab. Ein Außenfilter muss oft nur alle vier bis acht Wochen überprüft werden. Ein Innenfilter mit geringem Schwammvolumen kann schneller verstopfen und sollte alle zwei bis vier Wochen kontrolliert werden.
Ein deutlich geringerer Wasserdurchfluss ist das wichtigste Warnsignal. Sichtbarer Schmutz am Einlass, Luftblasen, die nicht zum normalen Filtergeräusch gehören, oder im Aquarium schwimmender Schmutz können ebenfalls auf Wartungsbedarf hinweisen. Warten Sie jedoch nicht, bis der Durchfluss fast vollständig aufhört. Dann hat sich oft viel Schmutz angesammelt, und Sie müssen intensiver reinigen, als Ihnen lieb ist.
Reinigen Sie den Filter am besten im Rahmen eines regulären Wasserwechsels. So haben Sie sofort Aquarienwasser zum vorsichtigen Ausspülen des Filtermaterials zur Verfügung. Wechseln Sie zunächst einen Teil des Wassers und fangen Sie es in einem sauberen Eimer auf, der zuvor noch nie mit Seife oder Reinigungsmitteln in Berührung gekommen ist.
Zum Spülen der Filtermaterialien immer Aquarienwasser verwenden.
Drücken Sie einen Filterschwamm oder Wattebausch mehrmals vorsichtig im Eimer mit abgelassenem Aquarienwasser aus. Keramikringe, biologisches Substrat oder andere poröse Medien sollten nur vorsichtig hin und her gespült werden, wenn sie stark verschmutzt sind. Sie müssen nicht klar werden.
Leitungswasser ist nicht empfehlenswert, insbesondere wenn es Chlor oder Chloramin enthält. Auch große Temperaturunterschiede können die Bakterien belasten. Aquarienwasser hat die gleiche Temperatur und vergleichbare Wasserparameter wie das Wasser, in dem die Bakterien bereits leben. Daher ist es die sicherste Wahl.
Verwenden Sie keine Seife, kein Spülmittel, kein Desinfektionsmittel und keine Haushaltsreiniger. Schon geringe Rückstände können für Fische, Garnelen und Bakterien schädlich sein. Für Filtergehäuse, Schläuche und Rotor genügt sauberes Wasser und gegebenenfalls eine spezielle Aquarienbürste.
Die richtige Reihenfolge für die Reinigung
Schalten Sie den Filter immer aus, bevor Sie ihn öffnen oder aus dem Aquarium entnehmen. Bei einem Außenfilter schließen Sie zuerst die Ventile gemäß der Herstelleranleitung. Gehen Sie dabei ruhig vor und achten Sie darauf, dass das Filtermaterial nicht unnötig lange trocken liegt. Bakterien benötigen Sauerstoff und Feuchtigkeit. Eine kurze Reinigung ist kein Problem, lassen Sie das Material jedoch nicht stundenlang auf einem trockenen Handtuch liegen.
Beginnen Sie mit dem mechanischen Filtermaterial. Dies sind üblicherweise grobe und feine Schwämme oder Filterwolle, die Schmutzpartikel auffangen. Einen groben Schwamm können Sie mehrmals wiederverwenden: Wringen Sie ihn in Aquarienwasser aus, bis der Großteil des Schmutzes entfernt ist, und legen Sie ihn wieder hinein. Feine Filterwolle Sie verstopfen schneller. Tauschen Sie sie erst aus, wenn das Spülen den Wasserdurchfluss nicht mehr wiederherstellt.
Überprüfen Sie als Nächstes das biologische Material, wie Keramikringe, Sinterglas, poröse Steine oder Biobälle. Tauschen Sie dieses Material nicht regelmäßig aus. Entfernen Sie lediglich lose Ablagerungen mit einem sehr vorsichtigen Spülgang in Aquarienwasser. Gerade die raue, poröse Struktur bietet viel Platz für nützliche Bakterien.
Aktivkohle, Phosphatentferner und andere chemische Filtermedien erfüllen unterschiedliche Funktionen. Sie sättigen sich mit der Zeit und müssen je nach Verwendungszweck ausgetauscht werden. Setzen Sie diese Medien gezielt ein, beispielsweise nach der Medikamentengabe oder bei einem spezifischen Wasserproblem. Für ein normales Gesellschaftsaquarium ist permanente Aktivkohle in der Regel nicht notwendig.
Rotor, Schläuche und Einlass separat reinigen.
Die Filterleistung kann auch durch Verschmutzungen am Rotor, in der Rotorkammer, im Ansaugkorb oder an den Schläuchen beeinträchtigt werden. Diese Teile tragen weniger zur biologischen Filtration bei als das Filtermaterial. Daher können Sie sie gründlicher reinigen, solange Sie keine Reinigungsmittel verwenden.
Entfernen Sie Haare, Pflanzenreste und Schleim aus dem Ansaugkorb. Reinigen Sie Rotor und Kammer sorgfältig mit einer weichen Bürste. Bei einem Außenfilter können sich mit der Zeit braune Ablagerungen an den Schläuchen bilden. Eine lange, flexible Bürste hilft, diese Ablagerungen zu entfernen und den Durchfluss zu verbessern. Überprüfen Sie nach dem Wiedereinbau auch die Dichtungen und stellen Sie sicher, dass alle Verbindungen fest angezogen sind.
Tauschen Sie niemals alle Filtermedien gleichzeitig aus.
Diese Regel beugt den meisten Problemen vor. Wenn ein Schwamm oder biologisches Material tatsächlich ersetzt werden muss, tauschen Sie nur einen Teil aus. Lassen Sie den Rest des vorhandenen Materials an Ort und Stelle, damit sich die Bakterienkolonie auf das neue Material ausbreiten kann.
Wenn Ihr Filter mehrere Körbe oder Schichten hat, sollten Sie jeweils nur eine Komponente pro Wartungszyklus bearbeiten. Tauschen Sie beispielsweise zuerst die feine Filterwolle aus und warten Sie einige Wochen, bevor Sie den groben Schwamm wechseln. Bei einem Filter mit zwei identischen Schwämmen können Sie einen austauschen und den anderen behalten. So bleibt die biologische Leistungsfähigkeit des Filters deutlich besser erhalten.
Manchmal ist ein kompletter Austausch erforderlich, beispielsweise wenn ein Filterschwamm vollständig zerfällt, chemisch verunreinigt ist oder nach einer Krankheitsbehandlung nicht mehr sicher verwendet werden kann. In diesem Fall sollte neues Material zusammen mit möglichst viel verbliebenem biologischem Material hinzugefügt werden. Ammoniak und Nitrit sollten in den folgenden Tagen sehr genau überwacht und die Fütterung vorübergehend etwas reduziert werden.
Häufige Fehler, die Sie besser vermeiden sollten
Ein Filter, den man zu oft komplett reinigt, ist ein klassischer Fehler. Zu wenig Pflege führt zu reduziertem Durchfluss, zu viel Pflege hingegen zu instabilen Wasserwerten. Finden Sie daher einen Rhythmus, der zu Ihrem Aquarium passt, anstatt jede Woche vorsorglich alles auszutauschen.
Auch das längere Abschalten des Filters birgt Risiken. In einem geschlossenen Filter sinkt der Sauerstoffgehalt, wenn das Wasser nicht mehr zirkuliert. Bakterien können dann absterben, insbesondere bei warmem Wetter. Planen Sie die Wartung daher im Voraus, halten Sie Eimer und Material bereit und schalten Sie den Filter so schnell wie möglich wieder ein.
Ein weiterer Fehler ist es, einen neuen Filter sofort an ein laufendes Aquarium anzuschließen und den alten Filter umgehend zu entfernen. Es ist besser, den neuen Filter einige Wochen parallel zum bestehenden laufen zu lassen. So hat das neue Filtermaterial Zeit, Bakterien aufzunehmen. Optional können Sie etwas von dem alten Filtermaterial in den neuen Filter übernehmen, sofern dieser dafür geeignet ist.
Nach der Wartung: Was überprüfen Sie?
Sobald der Filter wieder läuft, prüfen Sie, ob der Wasserauslauf gleichmäßig ist und ob keine Leckagen oder ungewöhnliche Geräusche auftreten. Füllen Sie nur Wasser mit der richtigen Temperatur ein und verwenden Sie gegebenenfalls einen geeigneten Wasseraufbereiter. Ein Teilwasserwechsel schließt die Wartung ab, da er Abfallprodukte und Nitrat entfernt.
Beobachten Sie Ihre Tiere in den nächsten Tagen. Normales Verhalten, klares Wasser und ein stabiler Filterdurchfluss sind gute Anzeichen. Bei Lethargie, Luftschnappen an der Wasseroberfläche, trübem Wasser oder erhöhten Ammoniak- und Nitritwerten ist sofortiges Eingreifen erforderlich. Testen Sie das Wasser, führen Sie einen Teilwasserwechsel durch und reduzieren Sie vorübergehend die Fütterung.
Für eine zuverlässige Pflege benötigen Sie in der Regel nicht viel: einen separaten Eimer für das Aquarium, einen Schlauch oder eine Bürstenrotor, ein Handtuch und passende Ersatzteile. Bei 4YourHappyPets finden Sie Filtermedien, Pflegebürsten und Wasseraufbereitungsprodukte übersichtlich nach Aquarienanwendung sortiert.
Ein gut gewarteter Filter muss nicht blitzblank sein. Solange das Wasser reibungslos zirkuliert und die Bakterien ihre Arbeit verrichten können, bietet er Fischen, Pflanzen und Wirbellosen die stabile Lebensumgebung, die sie benötigen.
