Ein Aquarium, in dem sich das Wasser schnell bewegt, sieht gesund aus. Doch Wasserbewegung ist nicht dasselbe wie Wasserfiltration. Am Unterschied zwischen Aquariumpumpe und Innenfilter Genau das ist es: Eine Pumpe bewegt Wasser oder Luft, während ein Innenfilter zusätzlich das Aquarienwasser aktiv reinigt. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der Belegung, dem Inhalt des Aquariums und der Art des von Ihnen gehaltenen Aquariums ab.
Aquariumpumpe versus Innenfilter: Was ist der Unterschied?
Der Begriff Aquarienpumpe wird häufig für verschiedene Geräte verwendet. In der Regel handelt es sich dabei um eine Luftpumpe, die über einen Luftschlauch und einen Brausestein Luftblasen in das Aquarium einbringt. Manchmal handelt es sich um eine Umwälzpumpe oder Druckerhöhungspumpe, die Wasser bewegt. Ein Innenfilter ist ein Gerät, das im Aquarium hängt oder steht und in der Regel bereits eine Pumpe enthält.
Der Hauptunterschied liegt also in der Funktion. Eine Luftpumpe sorgt für zusätzliche Bewegung an der Wasseroberfläche und kann den Gasaustausch unterstützen. Eine Umwälzpumpe verhindert Totzonen und verteilt Wärme, Nahrung oder CO2 im gesamten Tank. Aber keiner entfernt Schmutz aus dem Wasser, solange kein Filtermaterial vorhanden ist.
Ein Innenfilter saugt Aquarienwasser an, leitet es an Filterschwämmen oder anderem Filtermaterial vorbei und bläst es gereinigt wieder aus. Es entfernt sichtbaren Schmutz und bietet Bakterien einen Platz zum Abbau schädlicher Abfallprodukte. Für ein normales Gesellschaftsaquarium ist ein Filter daher meist keine Option, sondern eine Grundausstattung.
Was genau macht ein Innenfilter?
Ein guter Innenfilter kombiniert drei Filterarten. Die mechanische Filterung sammelt Schwemmschmutz, Speisereste und Pflanzenmaterial in einem Schwamm oder feiner Filterwatte. Die biologische Filterung erfolgt durch nützliche Bakterien, die sich auf dem Filtermaterial ansiedeln. Sie wandeln Ammoniak und Nitrit, Abfallprodukte, die hauptsächlich aus Fischkot und verrottendem Futter entstehen, in weniger schädliches Nitrat um.
Manche Filter bieten auch Platz für eine chemische Filterung, beispielsweise mit Aktivkohle oder speziellen Harzen. Das ist nicht für jedes Aquarium eine Standardanforderung. Aktivkohle kann nach Medikamenteneinnahme oder bei unerwünschten Verfärbungen vorübergehend nützlich sein, sollte aber nicht ohne ersichtlichen Grund dauerhaft in jedem Filter vorhanden sein.
Der Abfluss aus einem Innenfilter erzeugt gleichzeitig Strömung. Dadurch zirkuliert das Wasser, Schmutz bleibt weniger in Ecken hängen und sauerstoffreiches Wasser gelangt auch zu den nützlichen Bakterien im Filtermaterial. Für viele kleine und mittelgroße Aquarien ist ein Innenfilter eine kompakte, erschwingliche und praktische Wahl.
Die richtige Filterkapazität ist wichtiger als zusätzliche Blasen
Achten Sie nicht nur auf die Literzahl pro Stunde auf der Verpackung. Der tatsächliche Durchfluss nimmt ab, sobald Filtermaterial hinzugefügt wird und der Filter stärker verschmutzt. Wählen Sie daher einen Filter, der zur Literzahl und zum Fischbesatz passt. Ein Aquarium mit wenigen kleinen Fischen und Pflanzen stellt andere Ansprüche als ein Aquarium mit Goldfischen, größeren Buntbarschen oder vielen Bewohnern.
Eine zu geringe Filterkapazität führt eher zu trübem Wasser, Ansammlung von Abfällen und schwankenden Wasserwerten. Ein zu starker Abfluss kann Fische stressen, insbesondere Arten, die ruhiges Wasser bevorzugen, wie zum Beispiel Kampffische, einige Garnelen und Langflossenfische. Richten Sie den Abfluss bei Bedarf gegen das Fenster oder verwenden Sie einen einstellbaren Filter, um den Durchfluss zu mildern.
Wann ist eine Aquariumpumpe sinnvoll?
Eine Luftpumpe ist nicht automatisch notwendig, wenn der Innenfilter die Wasseroberfläche ausreichend bewegt. Durch leichte Wellen an der Oberfläche gelangt Sauerstoff in das Wasser und Kohlendioxid entweicht. Viele Aquarien funktionieren daher auch ohne Luftpumpe.
Es gibt Situationen, in denen eine zusätzliche Belüftung sinnvoll ist. Bei warmem Wetter enthält das Wasser weniger Sauerstoff und Fische können an der Oberfläche schneller nach Luft schnappen. Auch bei hohem Fischbesatz, bei der Behandlung mit bestimmten Medikamenten oder bei vorübergehenden Problemen mit der Wasserqualität kann eine Luftpumpe unterstützend wirken. Eine Luftpumpe ist oft besonders nützlich in einem Aufzuchtbecken, Quarantänebecken oder Transportaufbau.
Eine Luftpumpe kann auch einen Schwammfilter antreiben. In diesem Fall erzeugt die Luft nicht nur Blasen, sondern zieht auch Wasser durch den Schwamm. Dadurch entsteht eine mechanische und biologische Filterung. Schwammfilter sind in Garnelenbecken, Aufzuchtaquarien und bei Jungfischen beliebt, da die Absaugung sanft ist und kleine Tiere nicht so leicht angesaugt werden.
Eine Umwälzpumpe findet vor allem in größeren Aquarien, Aquascapes und Meerwasseraquarien ihren Platz. Dort ist häufig eine Wasserbewegung erforderlich, um Abfall zur Filterabsaugung zu befördern und Bereiche mit stehendem Wasser zu vermeiden. Auch dann ersetzt die Pumpe nicht den Hauptfilter. Er ergänzt es.
Wählen Sie je nach Aquarientyp einen Innenfilter oder eine Pumpe
Für ein kleines Süßwasseraquarium mit begrenztem Besatz ist ein Innenfilter normalerweise der logischste Anfang. Es nimmt wenig Platz ein, ist einfach zu installieren und bietet sowohl Filterung als auch Durchfluss. Achten Sie bei Nano-Aquarien auf einen guten Ansaugschutz, insbesondere wenn Sie Garnelen oder Jungfische halten.
In einem bepflanzten Aquarium ohne CO2-Anlage kann ein Innenfilter mit mildem, regulierbarem Abfluss ausreichend sein. Zu viel Oberflächenströmung vertreibt CO2 schneller aus dem Wasser, während Pflanzen von einer stabilen Menge profitieren. Wenn Sie über eine CO2-Anlage verfügen, achten Sie auf eine gute Verteilung im gesamten Tank, ohne dass sich die Oberfläche unnötig stark bewegt.
Die Schmutzbelastung ist für ein Goldfischaquarium meist hoch. Wählen Sie keinen Lichtfilter, da das Aquarium auf den ersten Blick klein aussieht. Goldfische produzieren viel Abfall und benötigen eine große biologische Filterkapazität. In einem kleineren Aquarium kann ein Innenfilter funktionieren, bei größeren Becken ist jedoch oft ein Außenfilter oder eine Kombination von Filtern praktischer.
In einem Meerwasseraquarium spielen Umwälzpumpen eine größere Rolle als in den meisten Süßwasseraquarien. Korallen und lebende Steine profitieren von gezielten Wechselströmen. Die biologische Filterung erfolgt häufig größtenteils über lebendes Gestein, Sand und zusätzliche Technik. Eine einfache Luftpumpe mit Brausestein ist selten die zentrale Lösung.
Wartung: Filter reinigen, ohne Bakterien auszuspülen
Ein Innenfilter funktioniert nur dann ordnungsgemäß, wenn er regelmäßig überprüft wird. Warten Sie nicht, bis der Abfluss fast aufhört. Spülen Sie den Filterschwamm in einem Eimer mit abgelassenem Aquarienwasser aus, nicht unter fließendem Wasser. Leitungswasser kann einige der nützlichen Bakterien durch Chlor, Temperaturunterschiede oder andere Substanzen schädigen.
Tauschen Sie auch nicht alle Schwämme und das biologische Filtermaterial auf einmal aus. Auf diese Weise halten Sie genügend Bakterien zurück, um den Stickstoffkreislauf stabil zu halten. Bei starker Verschmutzung darf die Filterwatte öfter ausgetauscht werden, ein grober Schwamm hält aber meist lange.
Überprüfen Sie bei einer Luftpumpe den Luftschlauch, das Rückschlagventil und den Ausströmerstein. Ein verschlammter Brausestein erzeugt weniger Luft und mehr Lärm. Bei einer Umwälzpumpe und einem Innenfilter ist es sinnvoll, auch den Rotor und den Rotorraum zu reinigen. Dort können sich Schlamm und Kalk ansammeln, wodurch das Gerät an Leistung verliert oder zu klappern beginnt.
Häufige Auswahlprobleme
Ein häufiger Fehler besteht darin, eine Luftpumpe zu kaufen, weil Fische Sauerstoff benötigen, diese dann aber keine wirkliche Filterung bieten. Blasen allein reinigen weder schmutziges Wasser noch bauen sie Ammoniak oder Nitrit ab. Umgekehrt müssen Sie keine Luftpumpe hinzufügen, wenn Ihr Filterauslass bereits für eine ruhige, sichtbare Oberflächenströmung sorgt.
Auch das Ausschalten eines Filters während der Nacht ist keine gute Idee. Die Bakterien im Filter benötigen sauerstoffreiches, fließendes Wasser. Steht der Filter stundenlang still, lässt seine Wirksamkeit nach und beim Neustart kann verunreinigtes Wasser aus dem Filter in das Aquarium gelangen.
Schließlich sollten Sie Ihre Auswahl nicht ausschließlich auf der Grundlage des Preises oder der maximalen Literzahl pro Stunde treffen. Achten Sie auf die Abmessungen des Aquariums, den gewünschten Durchfluss, das verfügbare Filtervolumen, die Geräuschentwicklung und die Verfügbarkeit von Ersatzmaterial. Ein passendes Gerät, das Sie einfach warten können, hilft viel mehr als ein zu leistungsstarkes oder zu kleines Modell.
Wenn Sie Zweifel haben, gehen Sie am besten von einer einfachen Regel aus: Ein Innenfilter ist die Grundlage für sauberes und biologisch stabiles Wasser, während eine Aquarienpumpe eine gezielte Ergänzung für Belüftung oder zusätzlichen Durchfluss sein kann. Beobachten Sie dann Ihre Fische, Pflanzen und Wasserwerte. Letztendlich sagen diese am deutlichsten, ob Ihr Aquarium genau das bekommt, was es braucht.
