Ein neues Aquarium wirkt oft schon am ersten Tag einladend. Doch ein gutes Aquarium beginnt nicht mit Fischen, sondern mit Geduld. Schritt-für-Schritt-Plan für die Einrichtung eines Aquariums Zuerst sollte ein stabiles Lebensumfeld geschaffen werden. Dies beugt Stress, Krankheiten und unnötigen Problemen mit trübem Wasser oder Algen vor.
Die Grundlagen sind immer gleich: Wählen Sie ein geeignetes Aquarium, installieren Sie die Technik korrekt, richten Sie das Becken ein und geben Sie dem Filter Zeit, sich biologisch einzulaufen. Erst wenn die Wasserwerte stabil sind, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Fische und andere Tiere einzusetzen.
Schritt 1: Bestimmen Sie Art und Größe Ihres Aquariums
Überlegen Sie sich vor dem Kauf, welches Aquarium Sie halten möchten. Ein Gesellschaftsaquarium mit Süßwasserfischen ist für viele Anfänger die einfachste Wahl. Wenn Sie vor allem Pflanzen und ein natürliches Aussehen wünschen, erfordert ein Aquascape mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich Beleuchtung, Bodengrund und gegebenenfalls CO₂-Zufuhr. Ein Meerwasseraquarium wiederum hat seine eigenen Anforderungen an den Salzgehalt, Lebendgestein und die Wasserzirkulation.
Es empfiehlt sich, kein zu kleines Aquarium zu wählen. In einem größeren Aquarium verändern sich Temperatur und Wasserwerte langsamer, wodurch kleine Fehler weniger unmittelbare Folgen haben. Ein Fassungsvermögen von etwa 60 bis 100 Litern ist für ein erstes Süßwasseraquarium oft praktischer als ein Nano-Aquarium. Achten Sie außerdem auf das Gewicht: Ein befülltes Aquarium inklusive Unterschrank, Bodengrund und Dekoration ist deutlich schwerer, als es aussieht.
Stellen Sie das Aquarium auf ein ebenes, stabiles Möbelstück und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Sonnenlicht kann die Temperatur beeinflussen und das Algenwachstum fördern. Wählen Sie außerdem einen Standort, an dem Sie das Wasser leicht wechseln können und eine Steckdose sicher erreichbar ist.
Schritt 2: Besorgen Sie sich die richtigen Grundausstattungen
Für ein Aquarium benötigt man mehr als nur ein Glasbecken und Wasser. Am besten kauft man die Ausrüstung, bevor man mit dem Aufbau beginnt, damit alles passt und man später nichts mehr umstellen muss. Für ein Standard-Süßwasseraquarium benötigt man mindestens Folgendes:
- ein Aquarium mit passendem Deckel oder Beleuchtung;
- ein Filter mit ausreichender Kapazität für das Wasservolumen;
- eine Heizung mit Thermostat und Thermometer;
- Aquarienbeleuchtung mit Zeitschaltuhr;
- Substrat, Dekoration, Wasseraufbereiter und Wassertests.
Schritt 3: Basis und Dekoration abspülen, Technik anbringen
Spülen Sie Kies, Sand und Dekorationsmaterialien mit klarem Leitungswasser ab. Verwenden Sie niemals Seife, Reinigungsmittel oder einen Haushaltsschwamm, an dem sich Reinigungsrückstände befinden könnten. Besonders feiner Sand kann anfangs viel Staub abgeben. Spülen Sie ihn daher portionsweise ab, bis das Spülwasser weitgehend klar ist.
Zuerst wird der Bodengrund ins Aquarium gegeben. Wer wurzelzehrende Pflanzen verwendet, kann darunter ein geeignetes Nährstoffsubstrat auftragen. Anschließend werden Steine und Holzstücke platziert. Darauf achten, dass schwere Dekorationen stabil stehen und nicht gegen die Scheibe fallen können. Manche Holzarten schwimmen die ersten Tage oder Wochen. In diesem Fall hilft es, sie zu beschweren oder vorher einzuweichen.
Als Nächstes zusammenbauen der FilterRichten Sie Heizung und Beleuchtung gemäß der Bedienungsanleitung aus. Richten Sie den Filterauslauf so, dass die Wasseroberfläche leicht bewegt wird. Dies gewährleistet den Gasaustausch, ohne dass Pflanzen oder ruhige Fische später ständig in eine starke Strömung geraten.
Schritt 4: Aquarium befüllen und Wasser aufbereiten
Befüllen Sie das Aquarium langsam, beispielsweise indem Sie das Wasser über einen Teller oder eine Plastiktüte laufen lassen. So verhindern Sie, dass der Bodengrund aufgewirbelt wird. Verwenden Sie bei Leitungswasser einen Wasseraufbereiter, der Chlor und Schwermetalle neutralisiert. Die Dosierung hängt vom Produkt und der Wassermenge ab; beachten Sie daher immer die Anweisungen auf der Verpackung.
Schalten Sie anschließend sofort Filter und Heizung ein. Stellen Sie die Heizung für die meisten tropischen Gesellschaftsfische auf etwa 24 bis 25 Grad Celsius ein. Lassen Sie die Temperatur dann mindestens einen Tag lang stabilisieren, bevor Sie weitere Maßnahmen planen oder messen.
Trübes oder milchiges Wasser ist in den ersten Tagen normal. Dies kann durch feinen Staub vom Bodengrund oder durch Bakterienwachstum verursacht werden. Wechseln Sie nicht sofort große Wassermengen aus Ungeduld. Prüfen Sie zunächst, ob der Filter ordnungsgemäß funktioniert, und geben Sie dem System Zeit.
Schritt 5: Von Anfang an großzügig pflanzen
Pflanzen sind nicht nur lose Dekoration. Sie nehmen Nährstoffe auf, bieten Versteckmöglichkeiten und tragen dazu bei, dass sich das Aquarium schneller im Gleichgewicht befindet. Pflanzen Sie daher von Anfang an reichlich – eine Mischung aus schnellwachsenden Stängelpflanzen, niedrigeren Pflanzen für den Vordergrund und gegebenenfalls Schwimmpflanzen.
Entfernen Sie beschädigte Blätter und das Blei oder den Schaumstoff um die Pflanzen herum, bevor Sie sie einpflanzen. Drücken Sie die Wurzeln vorsichtig in die Erde, aber achten Sie darauf, dass das Triebzentrum von Rosettenpflanzen nicht zu tief eingepflanzt wird. In den ersten Wochen können die Pflanzen Blätter verlieren, während sie sich an die neuen Bedingungen gewöhnen. Neu austreibende Blätter sind ein besseres Zeichen als unversehrte, alte Blätter.
Beginnen Sie mit sechs bis acht Stunden Licht pro Tag. Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Ein neues Aquarium mit zehn oder zwölf Stunden heller Beleuchtung leidet oft schneller unter Algenbefall, als es von vermehrtem Pflanzenwachstum profitiert. Mit einer Zeitschaltuhr können Sie diesen Rhythmus ganz einfach und konstant beibehalten.
Schritt 6: Lassen Sie den Filter einlaufen, bevor Sie Fische kaufen.
Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen. Ein neuer Filter enthält kaum nützliche Bakterien. Diese Bakterien zersetzen Abfallprodukte aus Futter, Kot und Pflanzenresten. Zuerst wird Ammoniak in Nitrit und anschließend Nitrit in das weniger schädliche Nitrat umgewandelt.
Ammoniak und Nitrit sind selbst in geringen Konzentrationen gefährlich für Fische. Daher muss der Filter eingefahren werden, auch bekannt als Start des Stickstoffkreislaufs. Planen Sie dafür etwa drei bis vier Wochen ein, wobei dies je nach Aquarium variieren kann. Bakterielle Starterkulturen können den Prozess unterstützen, ersetzen diese Wartezeit aber nicht vollständig.
Testen Sie das Wasser während dieses Zeitraums mindestens zweimal wöchentlich auf Ammoniak, Nitrit, Nitrat und pH-Wert. Bevor Sie den ersten Fisch einsetzen, müssen Ammoniak und Nitrit bei null liegen. Nitrat Algen können vorhanden sein, lassen sich aber durch Pflanzen und regelmäßige Wasserwechsel in Schach halten. Der ideale pH-Wert und die Wasserhärte hängen von den Fischarten ab, die Sie später halten möchten. Wählen Sie daher zuerst die Fische aus und passen Sie die Wasserwerte entsprechend an – nicht umgekehrt.
Schritt 7: Fisch langsam und nach Bedarf hinzufügen.
Ein Aquarium ist erst dann bereit für Fische, wenn die Wasserwerte stimmen, nicht nur, wenn das Wasser klar aussieht. Setzen Sie die Fische außerdem schrittweise ein. Beginnen Sie mit einer kleinen Gruppe einer geeigneten Art und warten Sie ein bis zwei Wochen, bevor Sie die Anzahl erhöhen. So kann sich die Bakterienkultur im Filter mit dem Fischbestand vermehren.
Wählen Sie Ihre Fische anhand ihrer Endgröße, ihres Verhaltens, der Wassertemperatur und der gewünschten Wasserwerte. Ein kleiner Fisch im Laden bleibt nicht unbedingt klein. Schwarmfische brauchen eine Gruppe, territoriale Arten benötigen Platz, und manche Arten vertragen sich einfach nicht. Lassen Sie sich bei Ihrer Wahl nicht allein von Farbe oder Verfügbarkeit leiten.
Lassen Sie den geschlossenen Transportbeutel zunächst auf dem Aquarienwasser schwimmen, damit sich die Temperatur angleichen kann. Geben Sie dann über einen Zeitraum von etwa 20 bis 30 Minuten nach und nach etwas Aquarienwasser in den Beutel. Anschließend können Sie die Fische mit einem Netz umsetzen. Verwenden Sie am besten kein im Handel erhältliches Wasser für Ihr Aquarium, da dieses Abfallprodukte oder Krankheitserreger enthalten kann.
Schritt 8: Machen Sie die Wartung ab der ersten Woche zur Gewohnheit
Ein stabiles Aquarium benötigt keine aufwendigen täglichen Eingriffe, sondern eine feste Routine. Wechseln Sie wöchentlich etwa 20 bis 30 Prozent des Wassers und geben Sie dem Leitungswasser einen Wasseraufbereiter hinzu. Saugen Sie dabei sichtbare Ablagerungen vom Boden ab, ohne jedes Mal den gesamten Bodengrund aufzuwirbeln.
Spülen Sie das Filtermaterial erst ab, wenn der Wasserdurchfluss deutlich nachlässt. Verwenden Sie dazu einen Eimer mit abgelassenem Aquarienwasser, kein heißes Leitungswasser. So bleiben möglichst viele nützliche Bakterien erhalten. Tauschen Sie nicht das gesamte Filtermaterial auf einmal aus. Wenn Sie alles ersetzen, geht ein Großteil der biologischen Filterleistung verloren.
Füttern Sie sparsam. Alles, was nicht innerhalb weniger Minuten gefressen wird, verschmutzt das Wasser. Überprüfen Sie regelmäßig Temperatur, Nitrit und Nitrat, insbesondere nach dem Einsetzen neuer Fische, bei einer Filterstörung oder auffälligen Verhaltensänderungen. Wenn ein Fisch nach Luft schnappt, sich zurückzieht oder nicht frisst, sollten die Wasserwerte und die Ausrüstung umgehend überprüft werden.
Ein gut gepflegtes Aquarium entwickelt langsam sein Gleichgewicht. Geben Sie ihm diese Zeit, beobachten Sie Pflanzen, Fische und Filterauslauf täglich aufmerksam und korrigieren Sie kleinere Abweichungen besonnen. So schaffen Sie nicht nur einen kurzlebigen Blickfang, sondern ein gesundes Lebensumfeld, an dem Sie lange Freude haben werden.
